Die zweite Gartensaison – was lief 2010 gut bzw. besser als 2009?

Meine Erntenseiten möchte ich kurzfristig in tabellenform veröffentlichen, um in erster Linie für mich selbst schneller erkennen zu können, wie hoch meine tatsächliche Ernte und nicht nur die gefühlte ausfiel. Trotzdem nachfolgend einige Worte zu den Pflanzen, die mich in dieser Gartensaison bisher besonders erfreuten, was ich möglicherweise anders als im Vorjahr gemacht habe und was es möglicherweise immer noch zu verbessern gäbe.

Erdbeeren: meine ca. 12 Setzlinge bescherten mir rund 6kg Früchte. Das hat gerade für den Sofortverzehr gereicht, aber nicht für Marmelade. Mehr Geld für Setzlinge wollte ich jedoch nicht ausgeben, da Erdbeeren üblicherweise zahlreich Ableger bilden. Ich habe zwischen die Erdbeeren Koblauch gesteckt. Ob dies Schädlinge tatsächlich abgewehrt hat? Jedenfalls waren lediglich kleinste Nacktschnecken störend. Insofern sehe ich dem Erdbeerjahr 2011 mit Freude entgegen.

Kartoffeln: ich hatte bis 2010 keinerlei Erfahrungen mit Kartoffeln, auch keine Erinnerungen an Kindheitstage, da auch meine Eltern keine Kartoffeln anbauten. Da ich mich mehr oder weniger intensiv damit beschäftigt hatte, war die Kartoffelernte für mich absolut zufriedenstellend. Was gut war? Ich habe die Kartoffeln relativ tief gelegt, somit ersparte ich mir später tatsächlich das Anhäufeln. Bis auf wenige Kartoffeln blieben auch tatsächlich alle unter der Erde. Was ich 2011 anders mache: keine Mischkultur, denn die Kartoffeln rauben den “Partnerpflanzen” wie Bohnen oder Radieschen jegliche Entfaltungsmöglichkeit. Und ich könnte die Kartoffeln etwas enger setzen.

Radieschen: damit hatten wir im Garten meines Elternhauses immer schlechte Erfahrungen gemacht. Dort war der Boden aber auch deutlich schlechter als in meinem Garten. Insofern war ich positiv überrascht. Einen nennenswerten Vorteil von Saatbändern (Geschenk eines Freundes) gegegüber normalen Radieschensamen konnte ich nicht feststellen.

Tomaten: ich wollte es lange nicht wahr haben, aber ein Tomatendach lohn sich definitiv. War zwar nicht ganz billig, aber das ist ja auch eine langfristige Anschaffung. Was ich 2011 besser machen möchte: ich muss die Zugänge zu den Tomaten verbessern, also die Folie an den Seiten zumindest einschneiden. Auch habe ich zu viele Ringelblumen dazwischen gesät, was doch zu einem ziemlichen Dschungel geführt hat. Und was ich bei den Profis gesehen habe: nicht nur ausgeizen, auch die unteren Blätter entfernen, sobal die Pflanze stabil genug ist.

Pfirsiche: mir erscheinen die Früchte dieses Jahr kleiner, die Menge scheint aber im Vergleich zum Vorjahr konstant. Das finde ich schon überraschend, da ich von Äpfeln, Kirschen und Zwetschgen enorme Ertragsschwankungen kenne. Und ich habe den Pfirsichbaum überhaupt nicht gepflegt oder geschnitten. Leider fällt die Haupterntezeit diees Jahr genau in meine Urlaubszeit. Ich hoffe daher, dass Botros einige Früchte für sich selbst verwerten kann. Was ich besser machen könnte? Keine Ahnung!

Rote Beete: scheinen ein Selbstläufer in meinem Garten zu sein. Bis auf wenige angefressene Exemplare verlief die Ernte ähnlich erfolgreich wie 2009. Unterschiede liegen eher an der Menge der Aussaat. Nächstes Jahr sollte ich vielleicht darauf achten, die Samen gleichmäßiger zu verteilen, da manche Früchte doch sehr eng aufeinander saßen.

Lauch: ich hatte mir 2009 direkt nach meiner “Landeroberung” Lauchsaatgut gekauft. Davon war dieses Jahr auch noch etwas übrig, wovon eine kleine Menge in Kürze sicherlich geerntet werden kann. Aber: die gekauften Lauchsetzlinge wachsen deutlich besser! Den Aufwand mit Selbstaussaat tue ich mir beim Lauch daher sicher nicht mehr an. Was ich außerdem verbessern könnte: Lauch könnte ich im Gegensatz zu den roten Beeten enger setzen und ich sollte schneller die Papprollen von Klopapier oder Küchenrollen über den Lauch stülpen, damit er von unten raus höher wächst.

Äpfel: der Baumschnitt 2009 war im Nachhinein betrachtet vermutlich ein ganz schöner Schock für meine Bäume, schließlich durften sie rund 10 Jahre wachsen, wie sie Lust und Laune hatten. Hinzu kam, dass in Baden die Apfelernte 2009 ziemlich mager ausfiel. Dieses Jahr sieht es schon deutlich besser aus. Zwar fällt auch die Haupterntezeit für meine Äpfel vermutlich genau in meinen Urlaub, aber die Bäume hingen doch relativ voll. Lediglich der Apfelwickler scheint meine Äpfel ziemlich zu plagen. Abgefallene Äpfel habe ich zügig entfernt. Trotzdem möchte ich mich demnächst stärker mit der Obstbaumpflege (Töpfe für Ohrwürmer? Klebebänder?) beschäftigen.

Im Land der Feigen und Esskastanien

Derzeit bin ich im Urlaub am Comer See und erhole mich von den letzten stressigen Monaten. Dabei sammle ich Impressionen aus den Gemüsegärten Italiens. Klar, das Klima in Menaggio ist nicht vergleichbar mit dem in Nordbaden, aber wer weiß, was es alles zu entdecken gibt?

Wir haben heute eine rund 7-stündige Wanderung von Menaggio auf den Monte Grona hinter uns gebracht. Der Anfang des Weges war doch ziemlich unschön, da er an der Straße verläuft, dafür gab es aber immerhin zahlreiche italienische Gärten zu inspizieren und die ein oder andere supersüße Feige zu naschen…

Zu den Gärten: hier häufelt man Kohlrabi zu meiner Überraschung an (Schneckenschutz?) und Stangenbohnen scheinen immer den gleichen Platz zu bekommen, da die Stahl-Gerüste so aussehen, als wäre der für sie gewählte Standort dauerhaft. Auch Peperoni bzw. Paprika werden an Stangen wachsen gelassen. Was mich auch überraschte: trotz des milden Klimas werden Steinhänge gerne als Sonnenfallen genutzt. Wärmer gehts dann ja wohl kaum noch! Außerdem zäunen viele Gärtner ihren Garten vollständig ein, dazu auch ein lustiges Foto vom vermutlich kleinsten Garten am Comer See: vielleicht 2 qm mit drei ärmlichen Tomaten – komplett eingezäunt! Wovor sie wohl Angst haben? Auch überdachen viele ihre Gärten mit Netzen. Vogelmassen waren für mich aber keine erkennbar. Bleiben vorläufig noch die Feigenbäume zu erwähnen. Ich weiß nicht, ob die mit Absicht kultiviert werden. Falls ja, wird ihnen anscheinend immer der unbequemste Platz an einer Mauer oder zwischen Felsen zugewiesen. Scheint ihnen aber zu gefallen. Also den Feigen, nicht den Italienern :-)

Saatgut sicher selbst erzeugen

Wie berichtet war die Aufbewahrung von Saatgut letztes Jahr nicht besonders erfolgreich – zumindest meine Bohnen waren quasi ein Totalausfall. Da ich immer noch überzeugt bin, dass die eigene Saatguterzeugung eine gute Sache ist, kommt folgende Kurzanleitung im aktuellen kraut & rüben wie gerufen:

  • klar, möglichst trocken und kühl (0° bis 10°C) aufbewahren, bei mir wäre das dann wohl im Keller
  • in Schraubgläsern oder in Einmachgläsern mit Gummiverschluss – und dieser Tipp, das Saatgut luftdicht zu verschliessen, überrascht mich etwas. Wenn das Saatgut beim Abfüllen nicht 100% trocken ist, besteht doch die Gefahr, dass die Samen schimmeln, oder etwa nicht? Und so ganz sicher kann man sich bzgl. der Feuchtigkeit/Trockenheit ja vermutlich nie sein…

Nunja, ich werde es damit versuchen, sofern genügend Bohnen übrig bleiben.

…oder doch Hühner?

Meinem Freund Botros wurden vor ca. drei Monaten zwei Küken geschenkt. Ihn hat das damals eher geärgert, denn was soll er mit zwei Küken – außer schlachten, aber da waren anfangs seine (erwachsenen) Kinder dagegen. Drei Monate später liebt er sein Huhn und seinen Hahn. Beide laufen ihm zur Begrüßung entgegen, wenn sie sein Auto am Motorengeräusch bereits vor dem Haus erkennen. Und danach begleiten sie ihn bis zur Haustür. Auch im Garten weichen sie ihm nicht von der Seite. Da ich mich oberflächlich bereits mit Hühnern beschäftigt habe, weiß ich, dass ein Huhn für sein Hahn zu wenig ist. Auch hinsichtlich den Stallvorlieben macht Botros seine Hühner noch nicht glücklich – und umgekehrt findet er es doof, dass die beiden immer auf seinem Himbeegerüst sitzen, und da logischerweise auch mal koten…

Daher überlegen wir uns gerade, ob wir seine beiden Hühner nicht einfach in meinem Garten wohnen lassen und noch ein paar Hühner dazu kaufen. Das einzige Hinderniss, das uns davon abhält ist, dass wir beide maximal einmal pro Tag am Garten vorbeikommen können/wollen. Insofern wäre eine automatische/elektrische Türöffnung am Hühnerstall erforderlich. Morgens würden die Hühner also automatisch ins Freie gelassen werden, und abends würden wir die Hühner dann “von Hand” sicher im Stall unterbringen. Diese Lösung hatte mir ein Hühnerfreund entweder hier in den Kommentaren oder in einem Forum schon einmal empfohlen.

Via Suchmaschine fand ich recht schnell zwei Anbieter – scheint also ein bekanntes Problem zu sein: Tierbedarf Breker für ca. 250,- EUR sowie Axt Elektronik für ca. 150,- EUR. Da wir uns die Kosten teilen können, wäre mir diese Anschaffung durchaus 75,- EUR wert. Alle weiteren Materialien sind größtenteils vorhanden.

Apfelernte II – Apfelwickler

Mir war bekannt, dass man vom Baum gefallene Äpfel schnellstmöglich sammeln und vernichten / weit entfernt entsorgen sollte. Warum genau, wusste ich nicht mehr. Da mir meine bessere Hälfte diese Frage aber stellte, habe ich mich auf Antwortsuche begeben.

Nicht nur Äpfel, auch Birnen und Zwetschgen fallen dann vom Baum, wenn Sie von Schädlingen wie z.B. dem Apfelwickler befallen sind. Der befallene Baum wirft die befallenen Früchte ab, um die Schädlinge los zu werden. Wenn man dann die abgeworfenen Äpfel nicht schnell genug sammelt und entsorgt, wachsen die Larven der Apfelwickler im Apfel weiter, krabbeln zurück zum Baum und überwintern in einem Kokon am Baumstamm. Dann geht das Elend im nächsten Jahr von vorne los: die Schmetterlinge schlüpfen und legen ihre Eier auf junge Früchte.

Hier noch ein schönes Foto – kann mich nicht daran erinnern, diesen Falter schon mal gesehen zu haben….

 
 
 

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