Monatsarchiv für Mai 2010

Garten-Telegramm (4)

Endlich beginnt die Holundersaison, das Holunderblüten-Sammeln und Sirup kochen kann also beginnen. Holundersirup schmeckt super in Mineralwasser oder Sekt. Hier nochmal der Link zu “meinem” Rezept… ++++ Spiegel Online berichtet über die Ergebnisse der Vogelzählung des NABU Anfang Mai. Bei mir fiel die Zählung ja quasi ins Wasser… ++++ seit einigen Tagen steht meine Warré-Beute auf Stelzen fertig aufgebaut im Garten. Aufgrund Arbeitsstress/Zeitmangel konnte ich die Suche nach einem Schwarm bisher nicht zu Ende bringen, aber jetzt habe ich ein paar Tage Urlaub ++++ für viele Gemüsegärtner vielleicht selbstverständlich, für mich jedoch eine Premiere: ich habe dieses Jahr gleiche Pflanzen zu unterschiedlichen Terminen ausgesät/gepflanzt. So kann ich beispielsweise jetzt gerade frischen Rucola ernten, während Überschüsse der ersten Aussaaten bereits zu blühen beginnen. So ging ich auch mit den Bohnen, Zwiebeln, Rote Rüben, Radieschen und Möhren vor.

Schnecken

Habe ich dieses Jahr mehr (Nackt-)Schnecken im Garten? Jedenfalls schmecken denen dieses Jahr meine Sonnenblumen, Kürbisse, Melonen und Zucchini anscheinend besonders gut. Schnecken habe ich aus dem letzten Jahr nicht in dieser Aufdringlichkeit in Erinnerung. Was also tun? Hier mal ein paar biologische Tipps:

  • Igeln, Kröten, Amseln, Laufkäfern Rückzugsmöglichkeiten (Reisighaufen, Hecken) bieten
  • Schneckenzäune
  • Absammeln; geht bei Nacht besonders effektiv oder indem man Bretter oder Pappe als Köder auslegt; denn am nächsten Tag findet man auf der Unterseite meist zahlreiche Schnecken
  • Bierfallen, beispielsweise in einem mit Bier zur Hälfte gefüllten Joghurtbecher, der bis zur Hälfte in Erde eingegraben wird. Becher regelmäßig kontrollieren und leeren!
  • auch das Ausstreuen von Sägemehl soll angeblich helfen; Holzasche soll auch wirken, schadet aber bei Berührung auch den Pflanzen und macht daher wohl wenig Sinn

Habe ich etwas vergessen? Freue mich über einfache, natürliche Tipps :-)

Nachtrag: Tipps aus den Kommentaren… danke!

  • statt Sägemehl kann man auch Kaffeesatz ausstreuen. Das Ausstreuen scheint mir auch eine sinnvolle Lösung zu sein, denn betroffen sind vor allem Kürbis, Zucchini und Gurken. Davon habe ich jetzt nicht sooo viele gesät, da könnte der Kaffeesatz nach einem Wochenende durchaus ausreichen
  • wer einen geeigneten Garten hat: Laufenten
  • Gemüseschutznetze, die sicher im Boden verankert sind
  • Mischkultur mit Pflanzen, die Schnecken nicht mögen, also beispielsweise Zwiebeln, Knoblauch oder stark duftenden Kräutern
  • was mir noch einfiel: PET-Flaschen-Gewächshäuser müssten Schnecken doch eigentlich auch abhalten, oder? Für gesäte Kürbispflanzen etc. sollte das doch Sinn machen…?

Feldsalat-Saatgut

Ich habe einige Feldsalatpflänzchen stehen lassen, um eigenes Saatgut zu gewinnen. Ich bin eigentlich davon ausgegangen, dass sich Samen aus den Blüten bilden. Aber was sind denn dann das für kleine Kügelchen, die sich in der Gabelung von zwei Blütentrieben bilden? Sind das etwa die Samen?! Ich habe sehr lange gesucht, finde aber keine weiteren Infos, um was es sich bei diesen Kügelchen handelt. Fest steht jedenfalls, dass sich logischerweise/wie erwartet die Samen aus den Blüten bilden. Ein Sammeln der Samen wie beim Rucola sollte also möglich sein. Da der Feldsalat nicht sooo wenig Platz einnimmt und ich diese Bereiche auch noch für andere Kulturen nutzen wollte, wollte ich auch noch wissen, wann denn die Samen “geerntet” werden können. Selbstaussaat wollte ich nach Möglichkeit nämlich weitestgehend vermeiden. Irgendwann habe ich auch die Antwort auf diese Frage gefunden: üblicherweise im Juni/Juli sollte dies soweit sein. Puh, doch noch ein paar Wochen also. Aber immerhin, wieder was gelernt. Da richtig viel Feldsalat blüht, werde ich vielleicht einen Teil entfernen/untergraben, um den Platz schon jetzt für andere Aussaaten zu nutzen. Mal sehen…

Erste Erfahrungen mit Mischkulturen

Zu Beginn meines zweiten Gartenjahres kann ich zwar noch über keine wirklichen Erfahrungswerte zum Thema Mischkultur berichten, trotzdem habe ich von der Idee der Mischkultur nach den ersten Anwendungen in meinem Garten einen sehr positiven Eindruck. Auf den folgenden Fotos sind die verschiedenen Kombinationen zu sehen, die ich für meinen Garten bisher u. a. gewählt habe. Meine erste Radieschen-Aussaat ist fast vollständig abgeerntet und auch der Rucola sowie der Spinat werden nicht den ganzen Sommer halten. Was also tun? Als Folgekulturen für Spinat – wenn man ihn nicht nachwachsen lässt – eignen sich Blumenkohl, Buschbohnen und Sellerie. Müsste ich kaufen, ist aber vielleicht ein Versuch wert. In meinem Mischkulturenbuch finde ich für die Radieschen keine unmittelbar folgende Empfehlung. Ab Juli wird jedoch Endivie und Chinakohl empfohlen. Die “richtige” Folgesaat unter Berücksichtigung guter Nachbarn zu finden, finde ich nach wie vor schwierig. Trotzdem: ich finde dieses System spannend und vor allem schlüssig.

Fenchel & Lauch-Anbau

Zweites Gartenjahr – zweiter Versuch: ich habe mein Fenchel- und Lauch-Saatgut vom letzten Jahr im Februar zu Hause ausgesät. Da wir Mitte Mai haben, sollten die Setzlinge ein Versetzen ins Freiland vertragen. Allerdings machen die Setzlinge verglichen mit den kaufbaren Setzlingen einen ziemlich schwächlichen Eindruck. Letztes Jahr sahen meine Setzlinge genauso schwach aus und wurden am Ende überhaupt nichts. Saatgutreste hin oder her, wenns wieder nicht klappt, sollte ich es mit eigenem Vorziehen vielleicht bleiben lassen? Jedenfalls habe ich nachfolgend mal alle Infos zum Anbau von Lauch- und Fenchel zusammengetragen, die ich finden konnte…

Fenchelanbau:

  • Reihenabstand ca. 40 cm sowie Abstand in der Reihe von ca. 20 cm
  • Fenchel liebt sonnige Standorte
  • leichte Anhäuflung der Knollen sowie ausreichend Feuchtigkeit fördern das Wachstum
  • ab Oktober bis Ende November kann mit der Knollenernte (samt Wurzeln) begonnen werden
  • Fenchel verträgt leichte Nachtfröste, ab Herbst lohnt sich allerdings eine dünne Laubschicht, um ihn vor Kälte zu schützen
  • Anfang Juni bis Ende Juli ist die sicherste Pflanzzeit, Direktsaat an Ort und Stelle bis Anfang Juli möglich; Eine Pflanzung ist vorzuziehen, da sie immer sichere Ernten und eine bessere Qualität bringt
  • Setzlinge kann man gut selbst anziehen; ein- bis zweimal flüssig düngen in der Anzuchtphase ist sinnvoll, nach vier Wochen kann das Aussetzen beginnen

Lauchanbau:

  • Lauch wird im Februar vorgezogen bzw. ab April gepflanzt mit einem Abstand von 10cm in der Reihe und etwa 30cm zwischen den Reihen
  • beim Auspflanzen die Wurzeln auf zwei bis drei Zentimeter kürzen und auch die Blätter etwas zurückschneiden
  • Anhäufeln führt zu einem langen/weißen Schaft
  • Lauch benötigt volle Sonne, warme Lage, durchlässigen humosen und lockeren Boden
  • in enger Mischkultur mit Karotten anbauen, kann evtl. die Zwiebelfliege abhalten
  • Lauch liebt Brenneseljauche als Dünger
  • guter Tipp von gemuese-info.de: Geerntet wird der Porree, indem man mit der Grabegabel unter die Pflanze geht und sie leicht anhebt. Dann kann man sie gut herausziehen. Wenn man zwischen dem Lockern und der endgültigen Ernte ein paar Stunden Zeit läßt, verringert sich der Nitratgehalt des Gemüses.
  • auf keinen Fall neben aromaempfindlichen Lebensmitteln wie zum Beispiel Obst lagern

Alles gute Tipps, doch wieso meine eigenen Setzlinge doch eher kleinen Verrecklingen gleichen, konnte ich nirgends in Erfahrung bringen. Muss wohl mal meinen Marktbauern fragen…

Kohlmeisen

Vor wenigen Tagen freute ich mich noch darüber, dass auch ein zweiter Nistkasten bebrütet wird, da wurde ich heute leider enttäuscht. Im “Deko-Häuschen” liegt ein totes Meisenküken. Von der restlichen Meisenfamilie ist nichts mehr zu sehen. Wie schnell geht denn das, dass die Jungen flügge sind? Okay, ich sitze nicht stundenlang da und beobachte das Vogelhaus, trotzdem wäre mir völlig entgangen, dass hier Flugversuche unternommen wurden. Kann der Auszug so schnell erfolgt sein?

Fragen, denen ich auf den Grund gehen wollte… und auf wikipedia steht alles, was ich wissen wollte – auch dass man sie mit “ei” statt “ai” schreibt :-)

Das Weibchen brütet zweimal im Jahr zwischen März und Juni. Bei Zerstörung oder Aufgabe des Nestes kann es auch noch eine Ersatzbrut geben.
Die Größe der Eier beträgt etwa 18 mal 13 Millimeter. Sie sind weiß mit roten Flecken, spindelförmig mit glatter, schwach glänzender Oberfläche.
Das Gelege besteht meist aus sieben bis zwölf Eiern, selten weniger. Es sind aber auch Bruten mit nur vier Eiern bekannt.
Die Brutdauer von der ersten Eiablage bis zum Schlüpfen des letzten Nestlings beträgt zwischen 12 und 15 Tagen. Während der Brutdauer wird das Weibchen vom Männchen gefüttert. In der Nestlingszeit, die 16 bis 21 Tage dauert, werden die Jungen von beiden Eltern gefüttert.