Monatsarchiv für Juni 2010

Gartentelegramm (6)

wikipedia hat Recht: Meisen brüten gerne zweimal im Jahr im gleichen Nistkasten – und das, obwohl in “meinem” Kasten ein totes Junges vom ersten “Wurf” im Nistkasten lag. Jetzt ist es also gerade wieder soweit: aus beiden Nistkästen klingt Küken-Gezwitscher +++ teichrose hat Recht: bei meinem Klovorhaben von Kompostklo zu sprechen war wohl etwas hochtrabend. Jedenfalls habe ich das nochmals überdacht und werde den Bau ähnlich wie teichroses Vorschlag in Ruhe zu Ende bauen. Der Austausch über Kommentare ist einfach praktisch. Danke Euch! +++ im aktuellen Greenpeace-Magazin gehts diesmal in erster Linie um Essen/Ernährung und vegetarisch leben. Von den Argumenten, vegetarisch zu leben, bin ich ja schon lange überzeugt, doch meinen geringen, regionalen Bio-Fleischkonsum halte ich prinzipiell für akzeptabel. Dennoch war das Magazin Inspiration, über meinen Fleischkonsum nachzudenken und ich werde es zum zweiten Mal versuchen, dauerhaft vegetarisch zu leben. Bei uns Gärtnern bietet sich das ja an, der erste Versuch dauerte vor einigen Jahren nur ca. ein halbes Jahr +++ Dieses Jahr klappts irgendwie besser: es lassen sich bei Bedarf mehrere verschiedene Gemüse- / Obstsorten gleichzeitig ernten. Das hat was. Drei Wochen Bohnen am Stück wie letztes Jahr war nicht sooo spannend :-) +++ die Schnecken-Plage hat anscheinend nachgelassen. Meine kürzlich nachgesäten Kürbisse sowie von zwei Freunden geschenkte Gurken- und Zucchini-Setzlinge wachsen ohne Probleme an.

Bienenvolk

Unweit meines Gartens sind in einem anderen Garten vor ca. drei Wochen vier Bienenkisten aufgestellt worden. Hin und wieder habe ich die Eigentümer gesehen, nur eben nicht mehr seit dem die Bienen dort untergebracht sind. Am Donnerstag wars dann soweit: zwei Jungs in meinem Alter gossen die Beete. Die habe ich dann natürlich sofort darauf angesprochen. Fazit: nach kurzzeitiger Hoffnung, dieses Jahr überraschend doch noch ein Bienenvolk zu erhalten, verblieb ich mit deren Onkel so, dass ich nächstes Jahr auf jeden Fall ein Volk erhalte – dieses Jahr würde das aus seiner Sicht nicht mehr funktionieren. Die Family ist russland-stämmig und dem Imker-Onkel fällt das Sprechen nach einem Zeckenbiss (autsch!) sichtlich schwer. Jedenfalls waren die drei äußerst freundlich und ich spürte kein bischen Arroganz, die ich bei einigen anderen Imkern, die ich zuvor kontaktierte immer wieder mir Anfänger gegenüber erfuhr. Hier war also das Gegenteil der Fall und für heute verabredeten wir uns für einen ersten Schnupper-Kurs. Mit der Kommunikation wars dann doch nicht so einfach… heute hat er nur einige Rähmchen (er ist “klassicher” Imker) kontrolliert und mir diverse Zellen gezeigt. Wenn ich ihn richtig verstanden habe, hat er dieses Jahr 4 Schwärme aus seinen eigenen Völkern gewonnen sowie einen wilden Schwarm am Kirschbaum gegenüber eingeschlagen. Wir haben vereinbart, dass er sich mal meine Warré-Beute ansieht sowie meine bisher erworbenen Werkzeuge, damit er versteht, was ich will. Warré hat ihm nicht wirklich was gesagt… Naja, und nächstes Jahr solls dann eben was mit meinem Volk werden.

Nicht aufgeben!

Ich wollte mich nicht damit abfinden, dass dieses Jahr kaum Kürbisse, Gurken & Co. in meinem Garten wachsen. Wie berichtet wurden fast alle Setzlinge und nach Direktsaat frisch gekeimte Pflänzchen von Schnecken gefresssen. Daher habe ich am Montag vergangener Woche nochmal einige Töpfchen mit Hokaido-, Zucchini und auch Sonnenblumensamen bestückt. Bereits am übernächsten Tag waren Keime zu sehen! Gestern, also nach 10 Tagen, sahen die Keimlinge so aus:

Ich lasse die Setzlinge noch etwas größer werden, so dass sie Attacken von Schnecken ggfs. überstehen könnten. Ich habe allerdings mittlerweile den Eindruck, dass die Schnecken mittlerweile ein so reichhaltiges Angebot im Garten vorfinden, dass sie sich gar nicht mehr zwingend auf Kürbisse stürzen würden. Ich bin trotzdem lieber mal vorsichtig…

Komposttoilette

Hier wurde es die letzten 10 Tage etwas ruhiger… liegt daran, dass ich meine freie Zeit wieder verstärkt draußen verbringe oder viel zu tun hatte. Vom Garten gibts gerade nichts spektakuläres zu berichten. Ich ernte viele Erdbeeren, Radieschen und Salate, mähe Rasen und genieße das Leben :-) Mit Bienen wirds dieses Jahr voraussichtlich nichts mehr, da wurde ich von zwei Imkern doch ziemlich versetzt bzw. war bei meinen Anfragen auch schon etwas spät dran. Okay, dann eben 2011 – geht ja nichts kaputt.

Da wir den Garten gelegentlich auch zum Grillen/Essen mit Freunden nutzen, mussten die Damen Ihre Geschäfte für zu Hause aufheben oder dafür in die Büsche. Das ist alles andere als optimal, daher habe ich mich entschieden, doch noch ein paar Euro zu investieren und auf die vorhandene Klogrube ein neues WC zu bauen. Das alte WC war 10 Jahre nicht in Betrieb und ich hatte letztes Jahr beim Abriss die leere Grube mit Ästen und anderen pflanzlichen Materialien voll geschüttet. Tja, gestern war ich dann eben einige Stunden mit Ausheben beschäftigt, was weniger eklig als anstrengend war… Ich denke, bei überschaubarer Nutzung des neuen WC, einer Regenwasserspülung und Zugabe von Mulch sollte das ganze doch einigermaßen gestankfrei funktionieren, oder?

Nematoden – DAS biologische Mittel gegen Schnecken?

Gestern bot ich Daniel, einem Biologen, den ich vor einigen Wochen beim Gassi-Gehen kennen lernte, aufgrund des plötzlichen Gewitters Regenschutz in unserem Garten an. Wir redeten über dies und jenes und kamen irgendwann eben auch auf Schnecken zu sprechen. Er setzte dieses Jahr in seinem Garten erstmals Nematoden (Phasmarhabditis hermaphrodita) gegen Schnecken ein und ist begeistert von der Wirkung. Eine Anwendung reicht für die ganze Saison, kostet aber auch rund 40,- EUR (je nach Gartenfläche). Dafür hat man dann aber auch definitiv Ruhe vor Nacktschnecken, so seine Beobachtung. Schnecken mit Haus bleiben übrigens verschont. Klingt genial. Also mal im Netz gestöbert…

Ein Anbieter beschreibt sein Nematoden-Produkt folgendermaßen:

Phasmarhabditis-Nematoden sind die natürlichen Gegenspieler von Nacktschnecken. Sie infizieren die Schnecken über den Boden. Die tote Schnecke bildet die Ernährungsgrundlage für die Vermehrung der Nematoden. Infizierte Schnecken stellen die Fraßaktivität nach 2 Tagen ein und sterben einige Tage später ab. Günstige Ausbringungszeiten im Freiland bestehen von Mitte April bis Ende August.

Auf wikipedia fand ich nur einen Satz bei den Fadenwürmern:

Außerdem werden Nematoden vermehrt als Nützlinge gegen Schnecken, Dickmaulrüssler und andere Pflanzenschädlinge verwendet.

Auf nuetzlinge.de wird die Wirkung wie folgt beschrieben:

Die Nematoden dringen über die Mantelhöhle in die Schnecke ein. Dort sondern Sie ein Bakterium ab, das die Schnecke zersetzt. Dieser Vorgang wird durch das Anschwellen des Mantels deutlich sichtbar. Die Nematoden ernähren sich von der zersetzten Schnecke und vermehren sich auch darinDieser Vorgang dauert etwa 6-10 Tage, wobei die Schnecken bereits nach den ersten 3 Tagen ihre Fraßaktivität einstellen

Ich finde nirgends Nachteile dieser Anwendung. Daher die Frage an meine Besucher: habt Ihr vielleicht schon Erfahrungen damit gesammelt?

Garten-Telegramm (5)

Heute gabs erstmals Gemüsepfanne aus dem Garten: Kohlrabi, Erbsen, junge Möhren, Zwiebeln. Ich fands lecker. ++++ Ich habe Kartoffeln und Buschbohnen in Mischkultur angebaut. Daraus ergibt sich jetzt unter Umständen ein Problem: da der Zwischenraum mit Bohnen besetzt ist, ist kaum Erde zum Anhäufeln vorhanden. Reicht es aus, dass ich die Kartoffeln relativ tief gelegt habe? Hmmm…. ++++ Vielleicht täusche ich mich auch: anscheinend kann man nicht genug Stroh unter/zwischen die Erdbeerpflanzen legen, denn es haben sich doch relativ viele winzige, weiße Nacktschnecken zu den Erdbeeren vorgearbeitet und mampfen fröhlich vor sich hin. ++++ ich glaube, ich habe heute erstmals einen Hirschkäfer gesehen, dazu auch noch in der Nähe meines Gartens fliegend. Kurze Zeit später habe ich dann an völlig anderer Stelle nochmal einen fliegen sehen. Sachen gibts… ++++ manche Kirschbäume in der Nachbarschaft tragen bereits reichlich reife Früchte, meine Kirschbäume dagegen nur sehr wenige Kirschen und dazu noch schön grün und hart. Dafür sind meine Apfelbäume relativ voll, also ziemlich vertauschte Ergebnisse zu 2009. Ich finde das sehr interessant zu beobachten.