Mäuse

Ich habe den Eindruck, dass sich immer mehr Mäuse (oder etwas anderes?) in meinem Garten niederlassen. In den letzten Wochen entdeckte ich täglich neue Löcher im Garten, mal kleinere, mal richtig große. In rund 500 Meter Entfernung sind die Felder und Feldwege übersät mit Mauselöchern und auch sichtbaren Mausgängen. Ich habe jetzt den wikipedia-Artikel zu Wühlmäusen gelesen. Neu ist mir, dass Feldmäuse oder auch Bisamratten zur Familie der Wühlmäuse gehören. Bisher war ich der Ansicht, dass Wühlmäuse eine eigene Art (genau wie Feldmäuse) sind, deren bekanntestes Anzeichen sichtbare Gangsysteme sind. Sepp Holzers empfiehlt in seinem Buch Permakultur, die Mäuse Mäuse sein zu lassen und diesen eben einige besonders leckere Pflanzen zu opfern. Ich habe dieses Buch zwischenzeitlich weitergegeben, weil es mir zu stark auf landwirtschaftliche Betriebe zugeschnitten war. Jetzt weiß ich nicht mehr, an welche Pflanzen er dabei gedacht hatte. Topinambur? In “Permakultur für alle” von den Brunners steht dazu wiederum nichts drin. Dafür aber in Christa Weinrichs Mischkulturenbuch…

Vorbeugende biologische Maßnahmen:

  • Greifvögel durch hohe Sitzstangen anlocken und Steinhaufen als Unterschlupf für Mauswiesel anlocken
  • junge Obstbäume durch engmaschige Drahtkörbe schützen
  • um gefährdete Gemüsebeete Knoblauch, Kaiserkronen und kreuzblütige Wolfsmilch (die wächst bereits wild bei uns und ich wusste auch nicht, was es ist…) setzen
  • Sonnenblumen im Wechsel mit dem giftigen Stechapfel im Wechsel um den Garten herum setzen
  • leere Flaschen mit dem Hals nach oben schräg um gefährdete Beete in den Boden stecken

Maßnahmen bei Befall:

  • Thuja- oder Holunderschnitt in die Gänge streuen
  • Holunderblätterjauche in Gänge gießen
  • Wasserfallen im Garten aufstellen, z.B. große Konservendosen mit dem Boden bündig in die Erde graben – ich will die Mäuse eigentlich nicht umbringen, nur vertreiben. So lange die Mäuse keine Plage werden, lasse ich das bleiben.
  • Pfeffer (ca. 200 g!) in die Gänge streuen


Wenn ich überhaupt etwas gegen die Mäuse unternehmen sollte, dann muss es eine natürliche Maßnahme wie oben beschrieben sein. Letztes Jahr betrug der Verlust drei Tomatenpflanzen, die aber sowieso an Krautfäule kaputt gegangen wären. Bei meiner gestrigen Beobachtungstour habe ich versehentlich auch eine Katze in Nachbars Garten aufgeschäucht. Das wäre vielleicht auch eine Lösung: diese verwilderte Katze mit einem lauschigen Plätzchen und wohldosierten Leckereien in meinen Garten locken? Ich glaube, es war die Katze, die auch damals im Wohnwagen auf meinem Garten hauste. Die Farbe war jedenfalls identisch. Und diese Katze war genauso schnell verschwunden wie die letztes Jahr. Zu den nächsten Wohnhäusern sind es per “Luftlinie” nur 200 Meter, dazwischen liegt aber eine über 10 Meter hohe senkrechte Felswand. Per Fußweg sind es mindestens 500 Meter. Könnte schon sein, dass die verwildert ist. Die Alternative, Greifvögel anzulocken, hatte bei mir bisher keinen sichtbaren Erfolg. Ich habe den Eindruck, dass meine Sitzplatzkonstruktion nicht wirklich angenommen wurde. War ca. 4m hoch und aus Haselholz. Ich habe aber nie einen Vogel darauf sitzen sehen, noch Kot darunter gefunden. Naja, jetzt warte ich einfach mal ab….

 
 
4 Kommentare. Hinterlasse einen Kommentar oder setze einen Trackback.
  1. #1 • permakultur-blog hat am 04.04.2010 gesagt:
     

    Ich hab grad mal in Sepp Holzers Permakultur für dich nachgeschlagen (S257ff):

    Er betont 2 Seiten lang, dass man Wühlmäuse nicht bekämpfen soll, da sie wichtige Funktionen, wie Auflockerung des Bodens und Drainage erfüllen. Außerdem werden frei werdende Reviere direkt wieder von nachziehenden Mäusen besetzt.

    Solltest du aber doch zu viel Ärger mit ihnen haben, empfiehlt Sepp Holzer als Ablenkunspflanzen Tobinambur und Schwarzwurzeln.

    Viel Erfolg mit deinen neuen Mitbewohnern!

  2. #2 • Daniel hat am 04.04.2010 gesagt:
     

    aaaah :-) Schwarzwurzeln waren die Alternative. Danke Dir!

    Vorläufig mach ich mal gar nix. Ich bin halt erstaunt, dass ich dieses Jahr so viele Löcher entdecke.

  3. #3 • teichrose hat am 05.04.2010 gesagt:
     

    Mein Garten ist auch sehr durchwühlt in letzter Zeit. Das mit dem Pfeffer werd ich mal testen, danke :)

  4. #4 • Ralf hat am 22.04.2010 gesagt:
     

    Ich hab leider auch noch kein Patentrezept gefunden und ausprobiert, welches diese lieben Tierchen aus meinem Gemüse hält. Ich kann nur feststellen was alles nicht besonders gut hilft:

    Katzen, unsere zwei scheinen lieber andere Mäuse zu bevorzugen, jedenfalls sind jedes Jahr bewiesenermaßen noch genug Wühlmäuse vorhanden.

    Wolfsmilch etc. scheinen bisher jedenfalls bei mir keine Wirkung zu zeigen. Diese Pflanzen werden nicht gegessen. Vielleicht kommt daher ihre zugeschriebenen Wirkung oder man muss sie wirklich im geringem Abstand um ein Beet pflanzen. Ich lasse sie halt hier und da stehen.

    Topinambur scheint meinen jedenfalls nicht so toll zu schmecken, denn der Wächst super gut und wird jedes Jahr deutlich mehr :)

    Vielleicht hab ich aber auch gar nicht so große Probleme mit Wühlmäusen, denn hauptsächlich beschäftigen sich Werren oder Maulwurfsgrillen mit meiner Bepflanzung. Und da hat mir bisher nur Selektion von Gemüsesorten und -arten geholfen…

    Das hat zwar jetzt nicht den super Tipp ergeben, aber Mitgefühl :)