Obstbäume: Quitte & Sauerkirsche
Letzten Mittwoch rief mich Daniel an, ob ich ein paar Obstbäume abhaben möchte. Geschenkt. Klar, nehm ich, egal wie viele, im Zweifel kommen Sie auf Nachbars verwildertes Grundstück. Am Ende hatte Daniel dann zwar nur zwei Bäume übrig, aber das hat mich trotzdem sehr gefreut. Es wurden eine Quitte und eine Sauerkirsche.
Und weil ich bisher keine Obstbäume neu gepflanzt habe, will ich heute zusammenfassen, worauf dabei zu achten ist…
Die Quitte wurde mir von Daniel mit einem Erdballen geliefert, die Sauerkirsche mit nackter Wurzel.
- richtige Standortwahl, da Baum in späteren Jahren nicht versetzt werden kann; bei meinem “gewachsenen” Garten war das nicht so einfach… und dann gilt es ja auch noch die Ansprüche der beiden Sorten zu berücksichtigen. Quitten lieben Sonne und eher leichten Boden – können sie haben. Bei der Sauerkirsche siehts identisch aus. Zudem sind beide selbstfruchtbar und benötigen daher keinen Partnerbaum in der Nähe.
- der Oktober ist der beste Pflanzmonat, der März ist aber auch noch okay. Ändern hätte ich es allerdings sowieso nicht können, die Bäume waren eben plötzlich da.
- die Pflanzstelle hebt man ca. 50cm tief aus und so breit, dass Wurzel bzw. Erdballen darin bequem Platz haben.
- einen Teil der ausgehobenen Erde vermischt man gut mit reifem Kompost und etwas Holzasche oder Steinmehl.
- anschließend die gemischte Erde ausheben, um Platz für den Baum zu schaffen.
- Pfahl südlich des Baumes zwecks Stabilisation einschlagen; der Pfahl sollte dabei später nicht in die Krone ragen.
- Wurzelware gut wässern, anschließend die Wurzeln etwas kürzen, v. a. verletzte Wurzeln. Die feinen Fserwurzeln jedoch dran lassen. Bei Ballenware entfällt dieser Schritt
- den Baum vorsichtig in die Grube setzen, die ausgehobene Erdmischung dazu geben. Etwas am Baum rütteln, damit sich Erde in alle Hohlräume verteilen kann. Erde andrücken, nicht fest stampfen! Die Veredelungsstelle muss über der Erdschicht liegen.
- gut wässern & Baum am Pfahl festbinden
Und an dieser Stelle noch ein Hinweis, der mir wichtig erscheint, aber mir trotz der zwöf bereits vorhandenen Obstbäume bisher nicht bewusst/bekannt war: die Pflege der Baumscheibe ist lt. “Der Biogarten” das A und O der Baumpflege. Wieso das? Weil die nährstoffaufnehmenden Wurzeln aller Obstbäume dicht unter der Erdoberfläche verlaufen. Daher darf unter Bäumen auch nicht gehackt oder gegraben werden. Die tief verlaufenden Wurzeln dienen übrigens der Stabilisation. Die Baumscheibe gilt es also gut zu mulchen, zu düngen und zu wässern. Auch die Kultur von verschiedenen Kräutern und Blumen hat positive Auswirkungen auf den Obstbaum, z. B. durch Abhalten von schädlichen Insekten.
Bei neu gepflanzten Bäumen dürfte die Anlage bzw. Pflege der Baumscheibe relativ einfach sein, bei den schon lange vorhandenen Bäumen wird das schwieriger. Mal gucken… eine neue Herausforderung für 2011 jedenfalls :-)




Schön! Du hast ja Platz in Hülle und Fülle, darum beneide ich dich. Bei uns kann ich höchstens noch Säulenobstbäume unterbringen…
Baumscheibenpflege, ja, das habe ich in diesem Jahr auch auf der “Tagesordnung”. Bei unseren schon länger gepflanzten Bäumen möchte ich die Wiese abheben und lieber Blümchen drunter pflanzen, Kapuzinerkresse soll ja auch besonders gut unter Obstbäumen sein. Mal schauen, was ich in meiner Samenschublade noch so finde.
Liebe Grüße, Margit
…ja, genau. Kapuzinerkresse, Tagetes, Minze. Solche Sachen werden einem empfohlen. Willst Du wirklich Erde abheben? Ist das nicht zu gefährlich wegen der Wurzeln???
Und Platz hab ich, das stimmt. Sind halt fast 11 Ar.
Grüße
Daniel
Ja, ich denke schon, dass ich das mal vorsichtig bei einigen Bäumen machen werde. Nicht tief graben, sondern vorsichtig eher flach “Reinarbeiten” – Handarbeit eben. Behutsam. Dann dünn etwas Kompost drauf und Kapuzinerkresse, Ringelblume, Tagetes, Borretsch und was sich noch so findet darauf aussäen. Und immer schön den offenen Boden bedecken, besonders natürlich im Winter, wenn die Einjährigen ihren Lebensgeist aufgeben.
Ich glaube, dass ich das schon so behutsam hinbekomme, dass ich nicht allzuviele Wurzeln verletze.
Liebe Grüße, Margit
hmmm… wäre natürlich ideal wegen der Hanglage, wenn ich das auch so hinbekommen würde. Mal gucken.
Dir viel Erfolg dabei :-)
Daniel