Pachtvertrag Landwirtschaftsfläche

Mann-oh-Mann! Ganz schön schwere Geburt, die Eigentümerin endlich zu einer schriftlichen Zusage zu bewegen. Am Telefon hatte Sie ja bereits zweimal der Pacht zugestimmt. Bedenken gabs bzgl. der Haftung für einen umsturzgefährdeten Nußbaum an der Grundstücksgrenze. Nach Rücksprache mit einem Fachmann und der Suche im Internet ist es üblich, dass der Pächter für Schäden haftet und die Verkehrssicherungspflicht hat. Okay, kann ich mit leben.

Und während ich diesen ersten Absatz schreibe, kommt eine E-Mail, juhu!

Gegen eine unbürokratische Handhabung habe ich nichts einzuwenden, wenn es nur nach mir ginge, könnten Sie sofort loslegen und da das Grundstück so verwahrlost ist, gerne auch kostenlos.

Nochmal: juhu! Kostenlos? Auch nicht schlecht!


Und jetzt das “aber“:

Bis jetzt habe ich aber meine Schwester noch nicht erreicht und kann sie nicht so einfach übergehen.

Und weiter:

Aber es hat sich ergeben, dass ich am 7. März zu einem Klassentreffen nach Bruchsal komme. Wie wäre es, wenn wir uns da vor Ort treffen würden, dann könnten wir uns auch ein Bild machen und alles besprechen.

Grrr! 7. März! Das dauert ja noch ewig! Naja, trotzdem, immerhin ein kleiner Fortschritt!

Trotzdem habe ich mal nach Pachtverträgen für Gartengrundstücke gesucht und zwei brauchbare Varianten gefunden, die allerdings noch unserer Situation anzupassen wären. Muster-Pachtverträge sucht man allerdings vergeblich. Die gibst nur für richtige Äcker, also nicht so kleinen 11 Ar-Grundstückchen oder für Flächen bei Kleingartenvereinen. Hier mal noch ein Link zu wikipedias Erläuterungen zum Pachtvertrag…

Spannend ist noch die Frage, ob denn alle Eigentümer den Pachtvertrag abschließen müssen. Nein, anscheinend nicht. Das manager-magazin liefert für Mietverträge eine logische, allerdings nicht juristisch einwandfreie Erklärung:

Vermieten mehrere Eigentümer ein Objekt, sollte der Einfachheit halber nur eine Person als Vermieter im Mietvertrag genannt wird. Nur so kann dieser Vermieter schnell reagieren und bei Mieterhöhungen oder Kündigungen entsprechende Fristen einhalten. Treten alle Miteigentümer als Vermieter auf, müsste von allen die Unterschrift eingeholt werden, was Zeit kostet.

Allerdings muss in einem solchen Fall das Mitspracherecht der Miteigentümer geklärt werden. Vor dem Mieter ist nur der im Mietvertrag genannte Vermieter vertretungsberechtigt.