Gartentelegramm (26)

Vor 10 Tagen habe ich die letzten 250 Gramm Cocktailtomaten bestellt geerntet, da wirds Zeit sich für die Saison 2012 Gedanken zu machen :-) Meine Sortenwahl für 2011 war ja nicht gerade berauschend. Da kann der Dreschflegel nix dafür, aber es ist vielleicht trotzdem mal die Chance, woanders andere Sorten zu bestellen. Vielleicht hier? +++ Apropos Saatgut: meine gesammelten Tomatensamen (nur von den Leckeren, klar) habe ich durcheinandergebracht. Was für ein Anfängerfehler. Aber immerhin bei den Kürbissen habe ich Ordnung gehalten :-) Zu den Kürbissen noch ein Nachtrag hinsichtlich Geschmack, Lagerung und Verwertung: Hokkaido sind einfach die Leckersten und Vielfältigsten. Die anderen drei Sorten schmecken uns nicht als Suppe, sondern nur angebraten. Außerdem ist die Schale jeweils ungenießbar. Und die Buttercup Burgess sind nicht allzu lange haltbar. +++ 14 Ar (für die jüngeren Leser: 1.400qm) Wiese mähen ist anstrengender als man denkt, aber es ist geschafft. Die letzten vier Wochen hats zwar nicht geregnet, aber wir haben immerhin schon fast Dezember – Zeit zum Bäume setzen. Die Voraussetzungen sind jetzt schon fast geschaffen. Worauf zu achten ist, trage ich gerade zusammen und schreibe ich an dieser Stelle kurzfristig +++ noch zwei Linktipps: 1) Interview mit Postwachstumsökonom Niko Paech und noch etwas aus dem Bereich Tierschutz: Schluss mit dem Zirkus!
gemähte Wiese

 

Aldi bittet mich (!) um Feedback und schickt mir Proben zu

Ich habe noch nicht in der Gemüsegarten-Blogosphäre nachgesehen, vermute aber mal, dass ich nicht der einzige Gartenblogger bin, der heute ein Päckchen mit Saatgut (oder anderen Probierpackungen?) aus Wien erhält. Wien? Ja, Wien. Ich wohne bei Karlsruhe, also in Deutschland, aber ich vermute, dass das Aldi Österreich/Hofer bzw. der Marke “zurück zum Ursprung” egal ist, schließlich lesen mich laut Blogstatistik auch zahlreiche Garteninteressierte in Österreich – hauptsache, ich schreibe etwas… Beim Blick auf den Poststempel dachte ich zuerst, ob mich jetzt vielleicht tatsächlich Margit, Henry oder Michael&Lisa mit Post überraschen – okay, das ist jetzt vielleicht weit hergeholt, aber ich kenne sonst niemanden aus Österreich.


Zurück zum Päckchen: “zurück zum Ursprung” hat mir also Hokaido, Paprika und Eissalat-Saatgut geschickt. Das freut mich wirklich, Saatgut kann man immer gebrauchen und dann soll das ja auch noch Bio und Genfrei sein. Um so besser. Wie gut das Saatgut wirklich ist, kann ich jetzt natürlich noch nicht beurteilen. Aber die Aufforderung auf der Päckchen-Rückseite “100% Transparenz. 100% Qualität. Prüf nach!” nehme ich jetzt mal wörtlich und recherchiere etwas im Web….


Den Rest lesen…

Saatgutbestellung für 2011

An Weihnachten habe ich meine Saatgutbestellung beim Dreschflegel für 2011 aufgegeben: bestellt habe ich diesmal grüne Gartenmelde, Feldsalat Etampes, Schnittsalat Ochsenzunge, Spinat Winterriesen, Stielmangold Walliser, Wilde Rauke, Salattomaten Tigerella, Olirose, Extra Early und Reisetomate, Fleischtomate Berner Rose, Cocktailtomaten Waltingers und Vesennij Mieurinskij, Salatgurke Tanja, Einlegegurke National Pickling, Kürbisse Bischöflnmütze, Buttercup Burgess, Melonette Jaspee de Vandee, Moschuskürbis Butternut, Honigmelone Blenheim Orange, Buschbohne Hinrichs Riesen, Zuckererbse Hendriks, Markerbse Lancet, Puffbohne Witkiem, Möhre Duwicker und Nantaise, Rond écarlate géant de Wurzbourg, Radieschen De Dix-Huit-Jours, Rettich Ostergruß Rosa, Rote Bete Crapaudine.

Zusammen kostet die Bestellung rund 70 Euro. Nicht gerade wenig, andererseits sollte die Kostenersparnis bei meinen Lebensmittelaufwendungen um ein vielfaches höher liegen. Bleibt noch die Hoffnung, konsequent und ordentlich Saatgut selbst zu gewinnen. Hier mal meine gerade frisch sortierte Saatgutkiste – sind aber auch viele Blumen dabei:

Leider habe ich erst kurz danach Reichtum ernten gelesen, denn dadurch habe ich Appetit an einigen Raritäten bekommen, insbesondere die mehrjährige Winterheckenzwiebel hat mein Interesse geweckt. Vielleicht kommt in der Familie ja noch eine Bestellung zusammen, denn Petersilie habe ich auch vergessen…

Reichtum ernten

An der Höhe und der Häufigkeit des Rasenschnitts lässt sich viel über die geistige und kulturelle Verfassung einer Gesellschaft ablesen. Je kürzer, je häufiger, desto naturfeindlicher.

Reichtum ernten – so lautet der Buchttitel des Buchs, das ich in einem örtlichen Garten- und Dekosupermarkt entdeckt habe. Der Titel klang für mich zunächst nach quantitativer Ertragssteigerung, weckte aber auf jeden Fall mein Interesse. Weit gefehlt. Mit diesem Buch wollen die Autoren auf den Verlust vieler Gemüsesorten in den letzten 100 Jahren, auf die vielen Organisationen (z. B. den VEN), die alte Sorten erhalten und auf die Gefahren genmanipulierter Sorten hinweisen. Sie stellen außerdem zahlreiche alte, kaum noch bekannte Gemüsesorten, z. B. Winterheckenzwiebeln, Cardy oder Haferwurzeln, und auch viele (ehrenamtliche) Bewahrer alter Sorten persönlich vor, z. B. Klaus Lang. Dass dabei die Gesellschafter des Dreschflegel in Deutschland eine wichtige Rolle spielen, wusste ich nicht. Da habe ich offensichtlich seit meinem Start als Hobbygärtner eine gute Wahl getroffen, da ich kürzlich zum dritten Mal bei Dreschflegel Saatgut bestellt habe.

Interessant fand ich auch, dass detailliert am Beispiel von Tomaten beschrieben wird, wie die Profis von Dreschflegel & Co. Saatgut gewinnen: erste, überreife Früchte ernten, Samen herausdrücken, alle Samen in Wasser geben, drei Tage gären lassen. Die keimfähigen Samen sinken nach ca. drei Tagen nach unten, der Glibber kann oben abgeseit werden. Gesammelte Samen in einem Sieb waschen und auf Zeitungspapier trocknen. Kühl und trocken in einem geschlossenen, luftdichten Glas lagern.

Für Gemüseanbauer mit Interesse an alten Sorten, altem Wissen und Vielfalt im Garten ist das Buch eine nette Anschaffung, auch wenn es auf 137 Seiten zwangsläufig noch relativ oberflächlich ist. Es gibt aber sehr gute, erste Einblicke in die Welt der Sortenbewahrer. Neu ca. 20 EUR, als Mängelexemplar für 13,- inkl. Versand gefunden.

Ich bin noch da

noch 100 Meter bis zum Garten

Noch 100 Meter bis zu unserem Garten… aber außer Vogelfutter verteilen, Kompost ausleeren und Feldsalat ausbuddeln ist seit Wochen nicht wirklich viel zu tun und folglich auch wenig zu berichten. Außerdem verspürte ich auch diesen Herbst wieder das Bedürfnis, ein paar Wochen Abstand zum Garten zu haben. Ich glaube aber, schon jetzt wieder ein leichtes Kribbeln aus Vorfreude auf die neue Saison wahrzunehmen :-)

Jedenfals gibts mich und diese Seite noch und es wird bald auch wieder mehr zu lesen geben. Den zufälligen Besuchern danke fürs Vorbeischauen – den regelmäßigen Lesern wünsche ich ein fantastisches Gartenjahr 2011!

Gartentelegramm (8)

Der Feldsalat ist reif. Kein Witz! Im Gurkenbeet hatte ich letzte Saison Feldsalat angebaut und wie beschrieben einige Pflanzen wachsen lassen, um Saatgut zu gewinnen. Dabei haben sich viele Samen logischerweise auch selbst verbreitet. Unter den vor kurzem noch kräftigen Gurkenblättern konnte der Feldsalat  daher geschützt keimen und steht jetzt bereits erntereif im Gurkenbeet +++ neues von den Johannisbeerstecklingen: fünf von acht Stecklingen stehen richtig gut da. Ich bin guter Dinge, dass an den Sträuchern nächstes Jahr zumindest ein paar Beeren zu ernten sind und werde daher diesen Herbst noch ein paar weitere Stecklinge schneiden +++ ich habe von den wenigen Blumen meines Gartens gestern Saatgut eingesammelt. Mal sehen, vielleicht habe ich ja auch bei Blumen Erfolg mit dem Saatgutsammeln. Wäre schön…