Wohin mit dem Wiesenschnitt? Mulchen!

Beim Stöbern im Buch “Der Bio-Garten” bin ich heute über das Kapitel Mulchen gestolpert. Das dort geschriebene war für mich absolut überzeugend. Außerdem erinnerte ich mich an einen Artikel von Ralf, der dieses Jahr ebenfalls einen Versuch starten will mit dem Mulchen. Als ich heute dann damit gleich mal begonnen habe, und einen sehr kleinen Haufen Heu aufhob, den ich zu Beginn meiner Gärtnerei im Februar am Gartenrand liegenließ, wimmelte es darin von Regenwürmern. Das war dann das letzte noch fehlende und absolut überzeugende Argument, das mich ruhigen Gewissens trockenes Gras sowie frischen Brennesselschnitt um die Tomaten legen ließ. Weiteres trockenes Gras/Heu habe ich dann um die Beete gelegt, damit ich Umkraut abhalte und sich meine Beete auf keinen Fall “verkleinern”.

Hier eine Zusammenfassung aus dem Buch “Der Bio-Garten”:

Wieso Mulchen?
nackte Erde ist schutzlos gegenüber Sonnenstrahlen, die ihr die Feuchtigkeit “aussaugen”, gegenüber Regen, der den Humus verschlammt, gegenüber Frost, der tief in den Boden dringen kann und das Bodenleben lähmt. In der Natur gibt es keine nackte Erde.

Welches Material kann ich verwenden?
zerkleinerte, organische Abfälle wie Grasschnitt, Stroh, Laub, Unkraut, Blätter von Gemüsebeeten, Erbsenstroh, Kartoffelkraut, Brennesselschnitt und auch gejätetes Unkraut.

Wie verwende ich diese Abfälle?
als lockere Decke zwischen den einzelnen Kulturen dünn (!) ausbringe, Frau Kreuter spricht von wenigen Zentimetern.

Vorteile des Mulchens:

  • Erhaltung von Wärme, Feuchtigkeit und luftiger Bodenstruktur, was wiederum ein günstiges Kleinklima begünstigt
  • guter Ernährung der Mikroorganismen und Kleinlebewesen; so werden Nährstoffe erzeugt sowie die Humusschicht vermehrt
  • besonders gute Versorgung der Kulturpflanzen mit Kohlensäure
  • weniger hacken, weil der Boden locker bleibt
  • weniger Unkraut
  • weniger gießen
  • weniger düngen
  • leichter und sauberer ernten, weil die Erde von der Erde nach Regen nicht bespritzt werden

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  1. Ralf
    11. Mai 2009 um 07:21

    Hmm und was ist mit Schnecken, Wühlmäusen, Maulwurfsgrillen (Werren)? Dazu liest man nichts…

  2. Daniel
    11. Mai 2009 um 08:55

    …wie meinst Du? Dass die genannten Arten dann verstärkt auftreten? Im Bio-Gärtner-Buch steht tatsächlich nichts dazu drin. Hierfür ist vielleicht die Menge des Mulchs entscheidend. “Dünn” habe ich für mich persönlich mit ca. 2 bis 3 cm interpretiert. Hast Du schon negative Erfahrungen damit gesammelt?

  3. Ralf
    11. Mai 2009 um 10:16

    Was meine ich:

    Es wird immer nur von den Vorteilen der Methode berichtet.

    Nachteile sind aus meiner Sicht:

    Gerade die von mir genannten Schädlinge können sich darunter noch besser verstecken und treiben ihr Unwesen. Mein Eindruck ist, dass Schnecken den Mulch lieben. Hat man diese Schädlinge nicht, ist Mulch sicherlich besser als … s.o. ;)

    Regnet es, dann wird der Boden erst feucht, wenn es ziemlich viel regnet. Ansonsten wird nur der Mulch befeuchtet.

    Im Frühjahr ist es eise kalt unter der Mulchdecke, da ist noch Eis zu sehen, wenn es oben auf dem Mulch schon deutliche Plusgrade hat.

    Das ist was ich meine, es gibt selten nur Vorteile. Es kann sein, dass Mulch auch nur in bestimmten Regionen sinnvoll ist und woanders nicht. Es wird aber oft als Patentrezept hingestellt – da bin ich eben skeptisch.

  4. Ralf
    11. Mai 2009 um 10:18

    … ich Mulche eher nicht, sondern füttere nur die Regenwürmer. Das bedeutet, dass ich alles Mögliche auf den Beeten liegen lasse oder Rasenschnitt ganz dünn verteile, sodass der Boden immer noch gut zu sehen ist.

  5. Daniel
    11. Mai 2009 um 18:24

    mangels Masse habe ich zwischen den Tomaten und Paprika gerade wohl den Zustand, den Du beschrieben hast: der Boden ist noch gut sichtbar.
    Gerade eben war ich mal Schnecken sammeln. Bei mir sinds überwiegend Weinbergschnecken, Nacktschnecken kann ich bisher an einer Hand abzählen. Und die Weinbergschnecken sitzen v.a. unterm Nussbaum und bei den Brombeeren.
    Vielleicht ist bei mir die Gefahr der von Dir genannten Tiere tatsächlich geringer? Jedenfalls Danke fürs kritische Feedback :-)

  6. Bettina
    13. Mai 2009 um 11:35

    …nee die Nacktschnecken wissen nur noch nicht, dass es bei Dir jetzt auch leckeres ham-ham gibt…

    Ich mulche jetzt nur noch ganz dick, und erst dann, wenn die Pflanzen einigermassen gross gewachsen sind. (Kartoffeln, oder z.B. frisch gepflanzte Tomaten, die sind so gross, dass sie nicht im Mulch verschwinden und giessen tu ich trotzdem).
    Ich habe zu grosse Probleme mit Wurzelunkräutern, und dieses Jahr lasse ich den Boden bei den empfindlicheren Kulturen offen, um die Winden etc. besser in den Griff zu bekommen.

    Und über Winter schmeisse ich natürlich alle mögliche Biomasse dick auf die Beete, im Frühjahr wird es dann erstmal abgeräumt.

    LG Bettina

 
 
 

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